Archive for August 2009

I) Um was ging es in diesem Projekt?

Im Rahmen des E-Learning 2.0 Projektes an der Technischen Universität Darmstadt wurden verschiedene Anwendungen und Plattformen des Web 2.0 – z.B. Blogs, Wikis, Kommunikationstools wie Skype, ICQ oder Twitter etc. – von Studierenden in mehreren Kleingruppen erkundet und auf ihren pädagogischen Gehalt hin untersucht.

Unsere Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem Erstellen eines Weblogs bei dem Anbieter WordPress.com. Auch bei anderen Anbietern sind kostenfreie Webblogs möglich, allerdings war durch den Dozenten an dieser Stelle die ausführliche Analyse der Nutzung von WordPress vorgegeben. Andere Programme hätten zudem höchstwahrscheinlich zu ähnlichen Erfahrungen geführt.
Im Laufe des Seminars sollten alle Teilnehmenden einen Blog für ihr Arbeitsprojekt einrichten, um hier ihre Erfahrungen und Arbeitsergebnisse zu dokumentieren. Unserer Gruppe kam primär die Aufgabe zu, die anderen Projektgruppen (aber auch andere Außenstehende) beim Erstellen ihres Blogs zu unterstützen, sowie bei aufkommenden Fragen und Problemen rund um die Blogosphäre beratend zur Seite zu stehen, d.h. unsere Gruppe bzw. unser Blog hatte eine Art Leitfunktion.

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II) Beschreibung unserer Tätigkeit

Aufgaben der Gruppe und des Blogs

Zu Beginn der Arbeitsphase haben sich zunächst alle Mitglieder unserer Gruppe einen eigenen Blog bei WordPress erstellt und sich gleichzeitig mit der Plattform vertraut gemacht. Zudem wurden weiterführende Informationen im Internet sowie in der Fachliteratur (z.B. Simovic, V. (2007): Das Einsteigerseminar WordPress. Heidelberg: bhv) zum Thema Webblog eingeholt – da wir alle Weblog-Anfänger waren, war diese anfängliche Orientierungsphase für uns absolut unerlässlich. Anschließend wurden ein Diskussionsblog (www.wildediskussion.wordpress.com) sowie ein offizieller Blog (www.pinkfruit00.wordpress.com) erstellt. Alle Gruppenmitglieder hatten für beide Blogs die gleichen Benutzerrechte und somit vollen Zugriff auf alle Komponenten. Überdies wurden alle SeminarteilnehmerInnen sowie der Seminarleiter über beide Internetadressen informiert, so dass das Geschehen auf den Blogs von jedem und von Beginn an zu jeder Zeit verfolgt werden konnte. Der Diskussionsblog diente, wie der Name schon sagt, vermehrt der internen, privaten Diskussion. Hier wurden mittels der Artikel- und Kommentarfunktion über den Projektablauf und die (vorläufigen) Ergebnisse der Gruppe diskutiert (anfangs wurde zusätzlich auch per Email kommuniziert).
So wurde damit begonnen, in diesen Blog zunächst Anleitungen und Erklärungen von bestimmten Tools oder Funktionen zu erstellen, bevor sie im offiziellen Blog veröffentlicht wurden. Dies ermöglichte uns, intern die „Gebrauchsanweisungen“ selbst auf Verständlichkeit hin zu überprüfen und ggf. Änderungsvorschläge zu machen oder Ergänzungen vornehmen. Auf dem offiziellen Blog wurden schließlich die fertigen Endprodukte dem Seminar (und natürlich auch jedem anderen interessierten Internetnutzer) präsentiert. Im Unterschied zum Diskussionsblog wurde die Diskussionsfunktion von unserer Gruppe nicht genutzt; für andere Leser bestand jedoch die Möglichkeit zur Rückmeldung. Die Links zu sämtlichen anderen Gruppen platzierten wir ebenfalls im Seitenleistenbereich des Blogs, sodass von unserem Blog auch alle anderen Projektgruppen leicht zu erreichen waren.
Der Blog diente demnach vermehrt der reinen Informationsweitergabe für die anderen Studierenden. Fragen rund um das Thema Blog konnten entweder im Hilfeforum – für unsere Gruppe wurde hier extra eine eigene Kategorie eingerichtet- oder via Twitter direkt an uns gestellt werden.

Zusammenarbeit mit anderen Gruppen
Des Weiteren wurde teils eng mit der Web-Lexikon-Gruppe zusammengearbeitet, welche unklare Begriffe zum Web 2.0 erklärte. So haben wir dieser Gruppe sämtliche von uns definierten Begriffe zum Thema Blog zur Verfügung gestellt. Die Gruppe bekam so die Möglickeit die Definitionen weiter zu verwenden bzw. damit weiterzuarbeiten. An einigen Stellen wurde der Einfachheit wegen von der Weblex-Seite durch Verlinkungen auf unseren Blog verwiesen (siehe z.B. http://weblex.wikispaces.com/Was+ist+ein+Webblog%3F).

Im Laufe der Zeit und mit wachsender Kenntnis wurden unsere beiden Blogs, v.a. aber der offizielle Blog, immer weiter verbessert und optisch ansprechender gestaltet. In einer weiteren Arbeitsphase wurden unter anderem das „Theme“ (Layout) des offiziellen Blogs geändert, da das vorherige zu wenige Widgets (LINK) unterstütze, und anschließend auch neue Widgets, wie z.B. die Twitterfunktion, angelegt. Zudem wurden die bisher geschriebenen Artikel bestimmten Kategorien zugeordnet, so dass der Blog insgesamt besser strukturiert war und damit übersichtlicher und benutzerfreundlicher wurde.

Twitter wurde in beiden Blogs integriert und auch hier hatten alle Mitglieder unserer Gruppe vollen Zugriff auf beide Accounts. Im Diskussionsblog stellte Twitter eine weitere Kommunikationsmöglichkeit (neben Emails und der Artikel- und Kommentarfunktion) für unsere Gruppe dar. Im offiziellen Blog hingegen, hatte Twitter vielmehr eine Werbe- oder Newsfunktion inne und wurde zudem zur gezielten Kommunikation (via „hashtags“) mit anderen Arbeitsgruppen eingesetzt.

wordpress

III) Analyse der Nutzung von Webblogs

Interne Nutzung
Uns diente der Blog hauptsächlich zur Kommunikation innerhalb der Gruppe. Hier konnten Absprachen getroffen werden, was noch zu erledigen ist und wer was zu tun hat. Außerdem konnten Anregungen gegeben werden oder kritisiert werden. Das ermöglichte eine Verbesserung unserer Artikel. Dadurch dass wir als Neueinsteiger unsere Anleitungen selbst austesteten, erfuhren wir, an welchen Stellen es Schwierigkeiten gab und inwiefern Probleme bei der Nutzung von WordPress auftraten bzw. auftreten könnten.
Sämtliche Diskussionen liefen (außerhalb der Kompakttreffen) über die Kommentarfunktion bei WordPress ab. Diese ermöglichte einerseits eine direkte Bezugnahme auf den Vorredner und war andereseits auch für alle anderen Leser sichtbar.
An dieser Stelle wäre vielleicht eine Markierungsfunktion im Text von Vorteil gewesen, so dass problematische Passagen leichter zu erkennen sind. Hierfür hätten wir jedoch auf ein anderes Programm ausweichen müssen, da WordPress eine solche Funktion leider nicht unterstützt. Wir lösten dieses Problem, indem wir kleinere Abschnitte schrieben und die Blogeinträge somit gleich übersichtlicher gestalteten.
Die technischen Möglichkeiten innerhalb von WordPress kann man leicht kennenlernen und erproben. So konnten wir den gesamten Aufbau unseres Blogs innerhlab kurzer Zeit optimieren und somit auch ansprechender gestalten. Durch diverse Zusatzfunktionen (Widgets) wurde eine Newsfunktion, eine Linkliste zu den anderen Seminargruppen und ein Archiv eingerichtet, welche den Usern die Orientierung auf unserem Blog erleichtern sollte.

Nutzung durch andere Gruppen
Die Nutzung eines Blogs (teils www.wordpress.com, aber auch www.blogspot.de und andere) wurde von den verschieden Gruppen sehr unterschiedlich betrieben. Es gab einige Gruppen, die ein bestimmtes web2.0 analysierten und ihre Ergebnisse dann online auf ihrer Plattform präsentierten. Andere wiederum spielten ein Szenario aus dem pädagogischen Bereich durch, erforschten somit die Funktionen ihres Programmes und präsentierten anschließend ihre Ergebnisse.
Bei der Gestaltung und Nutzung „orientierten“ sich einige an bereits vorhandenen Blogs (z.B. www.zweinullern.wordpress.com oder unserem). Dies geschah vor allem, weil viele Gruppen sich erst nach einiger Zeit einen Blog einrichteten. Bei den Kompakttreffen konnte man dann gegenseitig beobachten, wie andere ihre Blogs aufbauen, gestalten und anwenden und für sich selbst den höchsten Nutzen sichern. Vor allem durch die fortlaufende Bereitstellung von Anleitungen, dem Umgang mit Spam oder auch der Nutzung der Seitenleistenangebote konnten sich die anderen Seminarteilnehmer auf unserer Seite erkundigen, wie sie ihren Blog weiter optimieren können. Insgesamt ist die Nutzung der Blogs weitgehend identisch. Es wurden Artikel verfasst und die Kommentarfunktion diente, wie auch in unserer Gruppe, für Verbesserungsvorschläge, Kritik oder Ergänzungen. Auch Absprachen bezüglich des weiteren Vorgehens wurden hier getroffen.
Eine Gruppe nutzte vor allem die Kommentarfunktion auf ganz andere Art und Weise. In den jeweiligen Artikeln wurde nur kurz beschrieben, um was es geht oder welche Diskussion geführt wird. Die eigentlichen inhaltlichen Informationen wurden dann in den Kommentaren mitgeteilt und ausgetauscht.
Insgesamt betrachtet, bietet WordPress eine Reihe von Funktionen, die je nach Art der Blognutzung mehr oder weniger sinnvoll sind. Viele davon wurden letztendlich in den einzelnen Blogs ausprobiert und anschließend weiter verwendet oder verworfen. Am häufigsten ließ sich die Integrierung der Twitterfunktion in den Seitenleistenbereich beobachten. Einige Gruppen nutzten diese als eine Art „Newsticker“ (so z.B. die Twittergruppe, andere empfanden diese als störend und entschieden sich wieder dagegen).
Inwieweit den Gruppen unser Projekt bei der Erstellung und Nutzung ihrer eigenen Blogs unterstützend zur Seite gestanden hat, ist schwer zu beurteilen. Durch das verspätete Erstellen eines Hilfeforums waren die meisten Gruppen schon selbst in die Materie eingestiegen, so dass grundsätzliche Fragen zur Einrichtung oder ersten Schritten in WordPress gar nicht aufkamen. Im Hilfeforum bzw. bei Twitter wurden nur sehr wenige Probleme geschildert, so dass wir in erster Linie Anleitungen und Informationen verfassten, die wir selbst als hilfreich empfanden.
Vereinzelt wurden Fragen zu bestimmten Funktionen von WordPress verfasst, so dass wir wenigstens in einigen Fällen helfen konnten. Da auch Lob in Form von Kommentaren gepostet wurde, können wir jedoch darauf schließen, dass unsere Arbeit den anderen Seminarteilnehmenden durchaus geholfen hat, wenn auch die Resonanz nicht so ausfiel wie erwünscht.

Externe Nutzung
Auch ein externer Leser hatte Interesse an unserer Arbeit, die zur eigenen Erforschung durch ein Gruppenmitgleid zusätzlich auf www.einsfuffzisch.wordpress.com eingestellt wurde. Dort stellte „jessiontour“, offensichtlicht eine WordPresseinsteigerin, einige gezielte Fragen zum Umgang mit dem Programm beispielsweise zur Erstellung und Kategorisierung von Artikeln wie auch zu den Funktionen im Seitenleistenbereich.
Auch diese externe Rückmeldung lehrte uns, an welchen Stellen noch Überarbeitungsbedarf besteht bzw. was noch zu (er-)klären ist.

Für unsere Gruppe selbst, war dieser Blog wahrscheinlich die größte Hilfe. Durch die genaue Erforschung von WordPress konnten wir die einzelnen Funktionen kennen- und sinnvoll nutzen lernen.

IV) Erklärung- Charakteristika des web2.0

In diesem Abschnitt versuchen wir die Charakteristika des web 2.0 auf unser Gruppenprojekt zu beziehen bzw. zu erklären, inwieweit ein Blog mit allen seinen technischen und sozialen Eigenschaften diese Merkmale erfüllt. (Die einzelnen Stichworte bzw. zu untersuchenden Charakteristika sind der Mindmap auf der Hauptseite des Projekts entnommen).

Offene Online- Communities

Sowohl bei den beiden Blogs unserer Gruppe als auch bei Twitter, das wir in unsere Blogs integrierten, handelt es sich um offene Online-Communities, einer wichtigen Eigenschaft des Web 2.0. Diese bieten nicht nur den Autoren Möglichkeiten, Programme zu nutzen und Artefakte wie z.B. Artikel zu erstellen, sondern lassen auch die User aktiv am Geschehen teilhaben. Im Prinzip kann jeder an unseren Blogs durch die Kommentarfunktion teilnehmen und Anregungen bzw. Kritik äußern. Für die Nutzung bieten offene Online-Communites folglich keine Einschränkung. Nur im Bereich Gestaltung sind sie eingeschränkt bzw. auf den oder die Autoren beschränkt.

Den Kern bildete unser Diskussionsblog, den wir selbst als diesen festgelegt haben. Klare Grenzen zwischen unseren Blogs sowie den anderen Blogs unseres Projektes gibt es nicht. Die Nicht-Existenz von Grenzen in offenen Online-Communities ist schließlich auch das, was sie auszeichnet bzw. öffnet.

Vernetzte Informationsproduktion

Eine vernetzte Informationsproduktion setzt zunächst einmal voraus, dass die Entwickler bzw. Autoren mit Informationen arbeiten. Auf unseren beiden Blogs hat jedes Mitglied unserer Gruppe, da wir alle gleichberechtigte Autoren sind, Artikel oder Kommentare verfasst, somit haben wir Informationen produziert. Des Weiteren haben wir diese gefiltert, indem wir z.B. Artikel nach der Besprechung und diversen Veränderungen auf dem Diskussionsblog in ihrer Endfassung schließlich auf unserer offiziellen Seite gepostet haben. Mittels Trackbacks, Links und sonstigen Verweisen haben wir unsere Informationen dann verteilt.

Des Weiteren gibt es in einer vernetzten Informationsproduktion eine klare Rollenverteilung. Zum einen gibt es die User, die unsere Blogs lesen, sie für ihre Zwecke nutzen und evtl. über die Kommentarfunktion aktiv werden. Zum anderen gibt es die Entwickler, das sind wir als (gleichberechtigte) Autoren und Produzenten von Informationen. Diese Voraussetzung wurde in unseren Blogs erfüllt.

Eine erkennbare Nutzung unserer Blogs konnte von uns nur mittels Beiträge der User über die Kommentarfunktion nachvollzogen werden. Wertvolle Beiträge wurden allerdings während des Projektzeitraums höchst selten getätigt.

Freie Produkte

Ein weiteres Charakteristikum des Web 2.0 ist, dass die Produkte und die Inhalte, die wir auf unseren Blogs veröffentlicht haben, frei sind. Frei hat in diesem Fall zweierlei Bedeutung: Zum einen ist die Einrichtung eines Blogs auf WordPress sowie bei anderen Anbietern z.B. Blogger kostenlos, was in den AGBs nachgelesen werden kann. Zum anderen sind die Informationen, die man produziert und auf seinem Blog als Artikel veröffentlicht, frei wählbar. So kann man z.B. einen Blog erstellen, in dem man über einen längeren Auslandsaufenthalt berichtet oder die leckersten Rezepte zum Nachkochen veröffentlicht. In unserem Fall stand uns frei, eine Anleitung zum Bloggen zu erstellen. Genauer betrachtet, meint frei jedoch auch, dass der Blog auf der Arbeit anderer aufbaut, was durch Literaturangaben, Wikis oder Links kenntlich gemacht wird.

Modularisierung

Arbeitsschritte wurden in unserer Gruppe nicht modularisiert, da das Engagement aller Mitglieder sehr hoch war. Aufgaben haben wir teilweise untereinander vorgegeben oder angeregt, wenn wir wussten, dass in diesem oder jenem Bereich Interesse bei dem einen oder anderen Mitglied bestand. Manches Mal haben wir Aufgaben frei gewählt.

Im aktiven Austausch mit den anderen Gruppen des Projektes an den Kompaktterminen wurde allerdings deutlich, dass eine Modularisierung in einigen Gruppen stattfand. Auf unseren Blog bezogen, dem wie gesagt eine Leitfunktion zukam, bedeutet dies, dass es in den anderen, modularisierten Gruppen z.B. einen Administrator gab, der sich mit unserem Blog beschäftigte und seine anderen Mitglieder über Neuigkeiten informierte, während die anderen Teilnehmer eher wenig mit unserem Blog zu tun hatten.

Partizipatives Lernen

Auch diese Eigenschaft des Web 2.0 ist in unseren Blogs bzw. unserer Gruppe gegeben. Die meisten Dinge in Bezug auf das Bloggen haben wir in Praxis erlernt, z.B. indem wir unsere Anleitungen selbst getestet haben bevor wir sie veröffentlicht haben. Nur so war es uns möglich, unser angelesenes Wissen zuverlässig und kompetent an die anderen Gruppen bzw. andere User weiterzugeben. Die Reflexion der Praxis erfolgte in den Kompakttreffen bzw. im aktiven Austausch der Gruppenmitglieder untereinander.

Offener Umgang mit Dissens

Mit Meinungsverschiedenheiten wurde innerhalb unserer Gruppe, sprich unter den Autoren, offen umgegangen. Für die User unserer Blogs war die freie Äußerung von Dissens grundsätzlich möglich, wurde aber in der gesamten Projektphase nicht genutzt. Prinzipiell waren wir für den Umgang mit Dissens offen, schließlich lassen sich andere Meinungen von Usern schwer unterdrücken. Wie schon erwähnt, kam es allerdings zu keinen Debatten bezüglich unserer Artikel oder Inhalte.

Das Recht zu Forken

Die Abspaltung, ein weiteres Charakteristikum des Web 2.0, ist in unserem Projekt grundsätzlich möglich, da es sich um ein freies Projekt handelt und wird in unserer Gruppe erfüllt. Aus anderen von uns angegebenen Quellen haben wir Informationen entnommen, Inhalte für unsere Artikel produziert und diese nach einer ausführlichen Besprechung in ihrer Endfassung veröffentlicht. Somit haben wir mit dem Produkt auf unsere eigene Art gearbeitet und etwas Neues gemacht.
Das Recht zu Forken nutzten wir selbst, indem wir unserem Diskussionsblog einen strukturierten Blog abspalteten, der parallel dazu weiterlief und ebenfalls ständig durch neue Einträgen aktualisiert wurde.

V) Welchen pädagogischen Mehrwert hat die Nutzung eines Blogs?

In diesem Abschnitt reflektieren wir den Umgang mit den Webblogs im Rückblick auf unsere Projektziele und unsere Gruppenökologie.

Welchgen pädagogischen Mehrwert hat die Nutzung eines Blogs?
In Schule und Studium kann ein Webblog helfen, bestimmte Vorgänge besser zu koordinieren, zu strukturieren und diverse Informationen auf einer Plattform zu sammeln. Durch die Autorenschaft von vielen an einem Webblog wird die Kommunikation gefördert und es kann ein Gruppenergebnis entstehen. Gegenüber Telefon, Microblogs, Messengersystemen und Email bieten solche Plattformen viele Vorteile. Jeder kann auf die Arbeitsergebnisse zugreifen, jeder kann kommentieren, kritisieren, loben, ergänzen und sich einbringen. Somit erreicht einer stets alle anderen. Dies birgt selbstverständlich auch Nachteile. So sind Teildiskussionen in Gruppen ohne Kenntnisnahme der anderen auf einer solchen Plattform nicht möglich. Zudem hat jeder Internetnutzer Zugriff auf die Seiten (sofern nicht in einem Intranet oder ähnlichem gearbeitet wird) und kann sich ebenfalls am Geschehen (via Kommentaren) beteiligen. Der Schonraum, der beim nichtöffentlichen Arbeiten gegeben ist, fällt hier somit weg.
Auch die zeitliche Verzögerung ist bei der Arbeit mit Blogs als negativ zu werten. Benötigt man eine schnelle Antwort, so ist diese nicht immer gewährleistet.
Die Möglichkeit zur Beobachtung und Beurteilung des Arbeitsprozesses (durch einen Dozenten, Lehrer, Projektleiter…) ist bei der Arbeit mit Webblogs ein sehr großer Vorteil. Bei keiner anderen Arbeitsweise ist die Kommunikation so öffentlich und leicht einzusehen wie hier.

Welchen Mehrwert hatte sie für uns?
Der Kompetenzerwerb innerhalb des Projektes ist für unsere Gruppe enorm. Durch die Nutzung von Foren und das Stöbern auf anderen Blogs sowie Anbietern wie Twitter konnten wir uns einen guten Überblick über den Aufbau und die Möglichkeiten von WordPress machen. Zu Beginn des Seminars hatten wir wenige Vorstellungen über den genauen Ablauf unseres Projekts und somit fällt es schwer zu sagen, ob die Erwartungen erfüllt worden sind oder nicht. Eindeutig ist aber, dass die gesamte Gruppe enttäuscht darüber ist, dass die von uns erstellte Plattform so wenig genutzt wurde.

In Bezug auf unsere anfangs erstellte Gruppenökologie ist festzustellen, dass wir die meisten unserer Vorhaben gut umsetzen konnten. Die Plattformen diente der Diskussion, wie auch der strukturierten Informationsweitergabe. Theoretisch bestand zu jeder Zeit die Möglichkeit, uns Fragen zu Stellen, Probleme und Schwierigkeiten mitzuteilen oder auch Kritik an Anleitungen zu üben, so dass wir die Verbesserung der Plattform, die wir stets anstrebten, vornehmen konnten. Das dies nicht ausreichend genutzt wurde, ist bereits an anderer Stellen thematisiert worden.
Eine Zusammenarbeit mit der Plattform des Instituts für Pädagogik der TUD “Mypaed” kam aus verschiedenen Gründen nicht zu Stande: Die Plattform befindet sich noch im Aufbau; zudem ließ die begrenzt zur Verfügung stehende Zeit nur die differenzierte Analyse eines einzigen Bloganbieters (in unserem Fall WordPress) zu.

Abschließende Reflexion der Gruppe:
Trotz der sehr geringen positiven wie auch negativen Resonanz auf unsere Arbeit, sehen wir das Projekt als gelungen an.
Die Möglichkeiten, die die Nutzung von Webblogs in Seminaren bzw. Projekten bringen, wurden zwar nicht vollständig ausgeschöpft, dennoch konnte auf vielfältige Weise mit den technischen Funktionen gearbeitet werden. Vor allem das Zusammenspiel der Seminarteilnehmenden untereinander, also die Entstehung von Kommunikation durch die Nutzung technischer Komponenten, konnte beobachtet und analysiert werden.
Auftretende Schwierigkeiten wurden leider nicht immer behoben, was mit externen Gründen einhergeht. Das viel zu spät erstellte Hilfeforum beispielsweise bedingte, dass sich kleine Gruppendynamiken entwickelten und auf Hilfe von außen nicht mehr gewartet wurde.
Insgesamt betrachtet bieten Webblogs nicht nur durch diverse Funktionen und Features großes Potential zum Einsatz im pädagogischen Bereich. Besonders die Möglichkeit zur gegenseitigen Bereitstellung von Informationen u.Ä. und die darauf aufbauende Kommunikation innerhalb des virtuellen Raumes sind als großer Vorteil solcher webbasierten Lernumgebungen anzusehen. Einzig die Sicherstellung des Kommunikationsflusses konnten wir als schwierig beobachten. Trotzdem würden wir Lernen in solchen Umgebungen begrüßen. Die Technik nimmt keinen negativen Einfluss auf die Prozesse. Im Gegeteil sogar: Sie unterstützt Lernprozesse und gibt ihnen die Möglichkeit, sich weiter auszubauen.